Nichts ist, wie es scheint.

"Ich mag's halt gern genau" hat Aurelia einmal gesagt und bestand darauf, die Decke im ihr zugewiesenen "Gratzer-Raum" des Kunsthauses zu gestalten, damals, 2019, als sie in dieser Zimmerflucht eine Hotelsuite mit ihren Arbeiten und der darauf abgestimmten Ausstattung gestaltete. Seitdem die Hotelausstattung verschwunden ist und noch ein weiteres Bild hinzukam, kann man die gleichsam surreale Atmosphäre im Raumes erspüren, die auch ihre Bilder ausmacht. 

Gesammelte Immobilienanzeigen werden von Aurelia malerisch seziert und ihre Fehlerhaftigkeit mit Farben, Mustern und sich verschiebenden Perspektiven entlarvt. Gleichzeitig entstehen durch die akribische Malweise (ja, die extrem feinen Linien und Muster sind mit der Hand gemalt, kein Druck, kein Fake an dieser Stelle!) höchst ästhetische Werke – nur, dass sie eben bei allem Genuss auch extrem verwirrend sind. 

Vor über 10 Jahren lernten wir Aurelia und ihren Partner Christoph Schirmer kennen, gleichsam geplant und dann doch irgendwie auch zufällig. Seitdem verbindet uns eine Freundschaft, die weit über das Thema Kunst hinausgeht. 

Aurelia Gratzer 1978 in Hartberg geboren, studierte Mathematik, danach Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Ihre ausschließlich in der Malerei verhafteten Arbeiten bauen ein Spannungsverhältnis zwischen „authentischer“ Abbildung und Irritation auf.

 www.aureliagratzer.com