Unverhofft.
Eigentlich wollte Julia eine Serie von Druckgrafiken im alten Troadkasten ausstellen, den wir eine Zeitlang als Ausstellungsfläche genutzt hatten. Dann kam 2020 der erste Lockdown und sie meldete sich bei uns und erzählte, dass sie keine Drucke anliefern könne, weil die Werkstatt an der Akademie geschlossen sei. Alternativ bot Julia an, eine In Situ Installation unter dem Titel "PoolHouse" anzufertigen: 10 Objekte
und zwei Drucke, die sie eigens für den Troadkasten produziert hatte. Neben dem
Außenbecken gelegen, war der historische Holzbau Ausstellungsraum und Poolhaus
zugleich. Die Installation begeisterte uns so sehr, dass wir beschlossen, sie in unsere Sammlung aufzunehmen und mittlerweile befindet sich die Installation als "PoolHouseBad" in einem der geräumigsten ehemaligen Bäder als feste Installation des Kunsthauses.
Die Arbeiten erinnern ein wenig an Schwimmtiere, Liegen, Handtücher
etc. und die Assoziation der vermeintlichen Funktionalität der Objekte steht
dem Betrachter frei. Der Boden ist bedeckt mit Strohmatten, die in den 90‘ern
gerne am Strand als Liege verwendet wurden; so wird die Atmosphäre des Poolhauses atmosphärisch erlebbar.
In Julias Arbeiten spielen Materialien und unsere wissensbedingte Erfahrung mit ihnen eine wesentliche Rolle. Ihre gefalteten Objekte in unterschiedlichsten Formen, Größen und Pastellfarben, aber auch die Linolschnitte der Künstlerin laden zu einem unmittelbaren synästhetischen Erlebnis ein.
Julia
Haugeneder (*1987 in Wien) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien
und in London am Central Saint Martins, UAL Grafik und druckgrafische Techniken
sowie an der Universität Wien und der Erasmus Universität Rotterdam
Kunstgeschichte, Philosophie und Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Sie
arbeitet in den Bereichen der Skulptur und
Objektkunst, der Druckgrafik, sowie im Bereich Videokunst und Film, die sich gegenseitig
speisen. |
juliahaugeneder.com |